Dach vom Altbau richtig dämmen

Im Oktober 2009 wurde in Deutschland die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) herausgegeben. Diese besagt, dass Personen, die entweder Häuser kaufen oder als Eigentümer sanieren wollen, bestimmte Vorschriften zu erfüllen haben. Im Folgenden geht es nur um eine konkrete: Werden mehr als 10 Prozent einer Außenbaufläche saniert, darf dies nur so geschehen (und wird entsprechend staatlich gefördert), dass nach der Baumaßnahme nicht mehr als 0,24 Watt pro Quadratmeter von der warmen (innen) zur kalten Seite (außen) dringen dürfen (= Wärmedurchgangswert). Dies entspricht der gesetzlichen Definition eines Niedrigenergiehauses.

Diese Ordnungsvorschrift scheint auf eine bestimmte Situation regelrecht “zugeschnitten” zu sein: Nämlich das Vorhaben, das Dach bei einem Altbau zu sanieren. Altbauten haben generell die Eigenschaft, 20 bis 30 Prozent an Energie durch Dach und Außenwände “verpuffen” zu lassen. Und Dächer haben die natürliche Eigenschaft, mehr als 10 Prozent der Gesamtfläche eines Gebäudes abzudecken.

Um hier zu dämmen, steht zunächst einmal viel Raum zur Verfügung. Denn die Dachsparren im Altbau haben viel Platz für Dämmstoff- oder allgemein flexible Platten. Der Erfahrungswert sagt, dass hier 22-24 cm mindestens an Dämmstoffdicke erforderlich sind. (Hier ergibt sich konsequenterweise die Idee, ganz ohne Heizung auszukommen. Dann jedoch liegt der Erfahrungswert bei bis zu 30 cm Dämmdicke.) Die Sparren selbst brauchen dann etwas härtere Platten, Polystorol zum Beispiel oder Holzweichfasermaterial. Um dies dann nach außen gegen witterungsbedingte Unwägbarkeiten zu isolieren, ist eine Unterspannbahn oder eine wasserfeste Holzfaserplatte der angebrachte Werkstoff, um nach innen hin zu dämmen, wird eine Folie luftdicht verklebt. Letzteres verhindert, dass Raumluft mit hohem Feuchtigkeitsgehalt für Schädigungen im Dach sorgt.
Was die EnEV hier nicht direkt erwähnt, ist, dass es nicht nur die Außenwände sind, die hier dazu beitragen, den Dachstuhl effektiv zu dämmen. Sondern Trenn- und Giebelwände müssen letztlich derselben Prozedur unterzogen werden. Der Grund: Versäumt man dies, wird die Außenwand zur wärmeren Wand im Dachgeschoss und die restlichen Innenwände zu den kälteren. Dieses “verkehrte Wärmegefälle” würde Schimmel erzeugen. Um dies zu vermeiden, stockt man die Dachsparren auf.
Jedoch sind in keinem Fall diese Projekte für den Heimwerker empfehlenswert – zu verschiedene Aspekte sind gleichzeitig und fachgerecht präzise zu beachten. Wohl auch gerade deswegen besteht staatliche Förderung hierbei, damit Handwerkerrechnungen kein Gegenargument für Eigentümer sein könnten. So kann eine pflichtgemäße Sanierung im Dachgeschoss gleichzeitig noch mit einer innenarchitektonischen Verschönerung verbunden werden.

Und noch etwas sei hier gesagt, das über die gesetzliche Regelung hinausgeht, jedoch noch hier die Möglichkeiten des Einzelnen betont, nachhaltig umweltgerecht zu handeln. Wenn ohnehin bereits das Dach saniert wird, bietet sich die Gelegenheit, die Leitungen für eine (spätere) Solaranlage mitzuverlegen.

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